FAQ

Fragen und Antworten

Ausbildung als „Fußgänger“?

Als Inhaber einer Flugberechtigung für ULs kann man relativ einfach eine Lizenz für Leichte Luftsportgeräte beim DAeC oder DULV  beantragen. Dieser Weg steht steht jedem Interessenten offen; Inhaber einer Segel- oder Motorseglerlizenz müssen ebenfalls den Umweg über den UL-Schein machen.

Eine Hürde besteht für „Fußgänger“, die keine Aussicht auf ein Medical haben. Hier steht noch eine Entscheidung des Bundesrates zur LuftPersV aus.

Französische Zulassung?

„Ich plane ein 120 kg-Gerät nach Herstellerplänen zu bauen. Dabei gehe ich davon aus, dass die in Frankreich ausgestellte Zulassung einer Musterprüfung in einem anderen EG-Land entspricht.“

Diese Annahme trifft zu! Die französische Zulassung gilt unmittelbar und ohne Einschränkungen.

Ist in der 120-kg-Klasse Elektro-Flug möglich?

Nach dem aktuellen Stand der Bauvorschrift ist kein Elektro-Flug ohne weiteres möglich. Da aber bereits Motorsegler wie der Antares und eGenius zugelassen sind, gibt es keinen technischen Grund, das in der 120-kg-Klasse auszuschließen. Man darf damit rechnen, dass sich in absehbarer Zeit etwas tut.

Gibt es 120-kg-Tragschrauber?

Bisher ist uns kein Tragschrauber bekannt, dessen Leermasse unterhalb von 120 kg liegt. Die bestehende Bauvorschrift BUT für ultraleichte Tragschrauber enthält keine Leermassenbegrenzung, sodass eine Zulassung als UL möglich ist. Ob ein derartiges Gerät wie ein 120-kg-Flächenflugzeug nach LTF-L betrachtet werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Auch ULs mit einer Leermasse von 120 kg (SD 1, Luciole und weitere) entsprechen nicht automatisch den Bauvorschriften für die deregulierte Klasse der leichten Luftsportgeräte. Für 120-kg-Tragschrauber mit einem vergleichbaren Status gibt es zurzeit keine Bauvorschriften. Im VMLL gibt es derzeit keinen Experten, der sich um dieses Thema kümmern könnte.

Warum ist die Bauvorschrift LTF-L so umfangreich?

Der Umfang der Bauschrift und damit die Anzahl der Paragrafen spiegelt nicht proportional die erforderliche Arbeit für Durchführung der Musterprüfung wieder. Natürlich ist die Erstellung aller Nachweise mit sehr viel Fleißarbeit verbunden. Den wirklich wichtigen Umfang  der Vorschrift könnte man sicher auf ein Viertel  komprimieren. Damit hätte man zwar eine weniger umfangreiche Bauvorschrift, aber der Gesamtaufwand für die Musterprüfung von vorher 100 % wäre auf vielleicht 90 % reduziert.

Der auf diese Weise eingesparte Anteil von etwa 10 % des Arbeitsaufwandes würde aber auf einen erheblichen Umfang von Sicherheitsaspekten verzichten.

Gibt es fertige Bausätze für ein 120-kg-Flugzeug?

Es gibt eine Reihe von Bausätzen und auch Zeichnungssätze, welche die Chance haben die Musterprüfung gemäß LTF-L zu bestehen. Allerdings gibt es bisher (Ende 2013) nur einen Hersteller, der den Aufwand einer Musterprüng auf sich nehmen will. Man kann natürlich auch als Amateurbauer die Musterprüfung eines Bausatzes bzw. eines damit hergestellten Luftsportgerätes betreiben.

Damit sich der zeitliche und finananzielle Aufwand für Amateurbauer  in Grenzen hält, sollte man versuchen eine Gruppe von Gleichgesinnten zu bilden.

Darf ich ein UL gemäß FAR Part 103 in Deutschland betreiben?

Nur nach einer durchgeführten Musterprüfung, die eine Lärmmessung und die Installation eines mustergeprüften Rettungsgerätes einschließt. Die Musterprüfung muss innerhalb des europäischen  Wirtschaftsraums durchgeführt werden und durch offizielle Dokumente belegt sein.

Muss man unbedingt Luftfahrt-Material für einen Selbstbau einsetzen?

Für Leichte Luftsportgeräte ist die ausschließliche Verwendung von Luftfahrtmaterial nicht vorgeschrieben. Trotzdem muss man im Rahmen der Musterprüfung nachweisen, dass die vorgesehenen Werkstoffe für den Zweck geeignet sind, wenn auch nicht mit dem Aufwand, der für Luftfahrtmaterial getrieben wird.

Ist Baumarkt-Material zum Bau eines 120-kg-Flugzeugs geeignet?

Wir raten dringend davor ab nach US-amerikanischem Vorbild die Herausforderung zu bestehen, ausschließlich Baumarkt-Material für ein 120-kg-Flugzeug einzusetzen. Natürlich gibt es Materialien, die durchaus an einigen Stellen eingesetzt werden können. Es wird aber nicht möglich sein die Struktur des Luftsportgerätes damit herzustellen und gleichzeitig die sehr anspruchsvolle Leermassenbegrenzung einzuhalten.

Mit genügend Geduld findet man im Baumarkt geeignete Holzleisten oder Aluminiumprofile, mit welchen man vielleicht 140…180 kg Leermasse schafft, aber damit wäre das Ziel verfehlt.

120kg – auf was bezieht sich dieses Gewicht?

Die 120kg beschreibt das Leergewicht des Flugzeuges inkl. Rettungssystem und allen fest verbauten Teilen.

Das Gesamtgewicht darf 260kg nicht überschreiten, wobei noch weitere Vorschriften zu beachten sind.

Flugplatzzwang – Besteht für die Leichten Luftsportgeräte Flugplatzzwang?

Ja! Es besteht in absehbarer Zeit keine Aussicht, dass sich das ändert. Die jeweiligen Landesbehörden sind für diese Frage zuständig.

Flugzeuge – Welche Modelle gibt es?

Bisher haben drei Flugzeuge (Weller ULI NG, ULI V3 Rebell, ULI V2) in Deutschland die Musterprüfung abgeschlossen. Mindestens drei weitere Modelle befinden sich im Musterprüfprozess (Ekolot ELF, Aerolite 120, Sirocco).

Ein Flugzeug (Song 120) hat die Musterprüfung als UL in Tschechien bestanden und darf gemäß LuftGerPV § 11, Abs. 4 legal in Deutschland wie ein LTF-L geprüftes Leichtes Luftsportgerät geflogen werden, da zusätzlich auch die Bedingungen gemäß LTF-L § 3 eingehalten werden.
Der VMLL wird darüber berichten, sowie ein weiteres Flugzeug die Musterprüfung bestanden hat.

Flächenbelastung – was ist das und was bedeutet sie?

Die Flächenbelastung eine Flügels beschreibt ganz einfach das maximal zulässige Gesamtgewicht (Masse) des Flugzeugen geteilt duch die Flügelfläche.

Beispiel: Das Flugzeug wiegt insgesamt 250 kg und besitzt 10 m² Flügelfläche. Daraus ergibt sich eine Flächenbelastung von 25 kg/m².

Die Bauvorschriften lassen eine maximale Flügelbelastung von 25 kg/m² zu.

Geschwindigkeiten – gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen?

Eine Beschränkung der maximalen Geschwindigkeit gibt es grundsätzlich nicht.

Zu beachten ist allerdings, dass neben der maximalen Flächenbelastung von 25 kg/m² eine Mindestgeschwindigkeit von 55 km/h eingehalten werden muss.

Darüber hinaus gibt es in den Bauvorschriften einen Zusatz, dass bei einer Horizontalgeschwindigkeit bei maximal zulässiger Dauerleistung des Motors von über 141 km/h ein „Flattertest“ erforderlich ist.

Jahresnachprüfung

Die Jahresnachprüfung wie bei der E- oder UL-Klasse ist nicht vorgeschrieben. Trotzdem sollte man die Prüfung zur eigenen Sicherheit durchführen. Man darf die Prüfung selbst durchführen, wenn man genügend Sachkenntnisse hat. Noch besser man beauftragt einen Prüfer Klasse 5 oder eine sachkundige Person. Es ist zweckmäßig die Prüfung mit Hilfe der Prüflisten des Herstellers zu dokumentieren, um für den möglichen späteren Verkauf vorbereitet zu sein.
Auch bei möglichen Schäden an Anderen ist es vorteilhaft, wenn man die Lufttüchtigkeit des Luftsportgerätes nachweisen kann.

Kosten der Mitgliedschaft

Die Kosten betragen 50,00 Euro pro Jahr. Es gibt keine Aufnahmegebühr.

Kosten für ein Flugzeug?

Die Kosten variieren stark und beginnen je nach Modell in der Größenordnung eines Kleinwagens und sind nach oben offen. Ein Gebrauchtflugzeugmarkt kann sich erst in einigen Jahren entwickeln.

Medical

Es ist kein Medical erforderlich

Mitgliedschaft im VMLL – Wer darf Mitglied werden?

Mitglied darf jeder werden, der sich für das wirklich leichte Fliegen interessiert und über eine gültige Email-Anschrift verfügt. Der VMLL kann aus Kostengründen keine Papierdokumentation herstellen und an die Mitglieder versenden.

Passagiere – kann ich einen oder mehrere Passagiere mitnehmen?

Nein. Flugzeuge der 120kg-Klasse sind nur eine Person – den Piloten – ausgelegt. Es dürfen keine Passagiere mitgenommen werden.

Rufzeichen – benötigt ein Flugzeug in der 120kg-Klasse ein Rufzeichen?

Grundsätzlich können Flugzeuge der 120 kg-Klasse ohne Rufzeichen betrieben werden, daher ist keine Registrierung nötig.

In der Praxis ist es dennoch sinnvoll, inbesondere wenn man auf Verkehrslandeplätzen mit Sprechfunk landen und starten möchte.

Selbstbau

Der Selbstbau ist möglich. Zweckmäßigerweise wählt man eine Konstruktion oder Bausatz aus, welcher bereits die Musterprüfung bestanden hat; dann kann man sich auf die handwerkliche Arbeit beschränken.

Natürlich kann man sein Traumflugzeug auch selbst konstruieren und bauen. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass der Aufwand für die notwendige Musterprüfung nicht zu unterschätzen ist, auch wenn man den größten Teil der Arbeiten selbst durchführen darf. Besonders aus diesem Grund sollte man versuchen Gleichgesinnte zu finden, sodass man den Arbeitsaufwand verteilen kann.

Für die Aufstellung der Lastannahmen sollte in dieser Gruppe mindestens einer in der Lage sein die relativ anspruchsvollen Berechnungen durchzuführen und auch die übrigen erforderlichen Nachweise zu dokumentieren.
Zurzeit ist nur der DAeC berechtigt die Musterprüfung für die Luftsportgeräte gemäß der Bauvorschrift LTF-L durchzuführen.

Sprechfunkzeugnis – Muss ich eine Funksprechgenehmigung für die Leichten Luftsportgeräte haben?

Ja, wenn am Platz Funkverkehr betrieben wird.

Verkehrslandeplatz – Darf ich mit einem Leichten Luftsportgerät auf einem Verkehrslandeplatz landen?

Das entscheidet der Platzhalter. Es ist zweckmäßig ein Kennzeichen zu beantragen, damit man sich per Funk in der gewohnten Weise anmelden kann.